Über die Fotografin und die Ausstellung

"Doch die Orte im Norden bleiben stark in meinem Kopf. Vor allem Butscha: Wir waren einen Tag nach der Befreiung fast die ersten Journalist:innen, die den Ort besuchten. Die Menschen waren froh über das Ende der Besatzung, doch die Wunden des Krieges waren noch an jeder Ecke präsent. Überall lagen getötete und exekutierte ukrainische Menschen auf den Straßen, in Häusern, Gärten oder Kellern. Erst nach der Befreiung begriffen die Bewohner:innen von Butscha das Ausmaß des Terrors und so gab es jeden Tag viele Exhumierungen in Gärten und Beerdigungen auf dem Friedhof.“

Johanna-Maria Fritz


Johanna-Maria Fritz wohnt offiziell in Berlin - in Wirklichkeit aber ist sie das ganze Jahr über unterwegs. Studiert hat sie Fotografie an der Ostkreuzschule und ist seit Anfang 2019 Mitglied der gleichnamigen Agentur. Ihre Fotos wurden u.a. im Spiegel, der Zeit, National Geographic und Newsweek China veröffentlicht, ganz aktuell im Stern und im GEO. Für ihre Arbeiten wurde sie mit dem Inge-Morath-Preis, dem Lotto Brandenburg Preis und dem VG-Bild Stipendium ausgezeichnet. Ausgestellt hat sie schon auf der ganzen Welt: Von Australien über Frankreich, Deutschland und der Schweiz sowie auch in China und in den USA.

Die hier gezeigten Arbeiten sind in den ersten Kriegsmonaten in der Kyjiw Region, in Irpin und Butscha entstanden. Seit Anfang November ist Johanna wieder in der Ukraine unterwegs, um die Folgen des Krieges zu dokumentieren, zuletzt im Donbas und zum Jahreswechsel in Kyjiw.

Die Fotoausstellung ist bis zum 25. Februar 2023 zu sehen.
Die Öffnungszeiten der ARTCO Gallery (Seilgraben 31, 52062 Aachen) sind:

  • Do/Fr 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr
  • Sa 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr


Über unser Programm

Für viele begann dieser Krieg am 24. Februar 2022. Wir, Ukrainer:innen, wissen aber, dass dieser Krieg bereits seit 300 Jahren andauert. Nach dreißig Jahren Unabhängigkeit entflammte er im 2014 mit neuer Kraft. Russland annektierte die Krim und Teile der Donetsk und Luhansk Oblast. Im Jahr 2022 versuchte Russland weitere Teile der Ukraine zu besetzen.

Die Fotografien der Ausstellung “A Grave in the Garden“ von Johanna-Maria Fritz bringen Sie der ukrainischen Realität näher und versetzen Sie in die Region Kyjiw mit Butscha und Irpin. Das Programm zur Ausstellung stellt den Versuch dar, Ihnen die Hintergründe dieses dreihundert Jahre langen Kampfes zu erläutern.

Programm

17.01.2023
18.00

Eröffnung der Fotoausstellung

„A Grave in the Garden“ 
Fotografie von Johanna-Maria Fritz

- Einführung Dr. Dirk Tölke

- Performance der Theaterschule Aachen "Der Tag davor" · Ivgeniia Ivanova

- Ausstellung mit Zeichnungen ukrainischer Kinder "Der Krieg durch die Augen der Kinder" · Grigory Kanovey


"Doch die Orte im Norden bleiben stark in meinem Kopf. Vor allem Butscha: Wir waren einen Tag nach der Befreiung fast die ersten Journalist:innen, die den Ort besuchten. Die Menschen waren froh über das Ende der Besatzung, doch die Wunden des Krieges waren noch an jeder Ecke präsent."  

Johanna-Maria Fritz

 

ARTCO Gallery 

Seilgraben 31

52062 Aachen

Eintritt frei

24.01.2023
18.00

Filmvorführung 

„Ruthenia. Kultureller Code der Ukraine“ 
Austausch mit der Filmregisseurin Antonina Gotfrid

[Antonina Gotfrid · UA mit englischen Untertiteln · 2020]


Es handelt sich um einen Dokumentarfilm, in dem eine Geschichte der Schrifterforschung, einer ukrainischen Schule der Kalligraphie und eines wiederhergestellten Alphabets "Ruthenia" gezeigt wird. Dies ist eine Geschichte über den Kampf der Ukrainer um Selbstidentifikation durch staatliche Symbole, Sprache, Kunst und die visuelle Verkörperung der Sprache - die Schrift. 
 

Apollo Kino&Bar 

Pontstraße 141 -149 

52062 Aachen

Eintritt: 7,50 €

03.02.2023
18.00

Filmvorführung 

„Mutter der Apostel“ 

[Zaza Buadze · UA mit englischen Untertiteln · 2020]


Auf der Suche nach ihrem Sohn, einem Piloten, dessen Flugzeug über dem besetzten Gebiet abgeschossen wurde, findet sich eine Mutter in einer völlig fremden und aggressiven Welt wieder, in der alles von Hass und Leid durchdrungen ist. In dieser Hölle sucht sie nicht nur nach ihrem Sohn, sondern sie verändert mit ihrer großen Liebe und ihrem barmherzigen Charakter jeden, dem sie auf ihrem Weg begegnet. Und vor allem verändert sie sich selbst, indem sie eine wahrhaft heilige Kraft erlangt! Ihre Verzweiflung und ihr Schmerz werden in den ewigen mütterlichen Geist der Erde wiedergeboren, der ihre Söhne nach Hause bringt, lebend oder tot.

Der Film hat bereits 80 internationale und nationale Auszeichnungen erhalten.

 

Apollo Kino&Bar 

Pontstraße 141 -149 

52062 Aachen

Eintritt: 7,50 €

07.02.2023
18.00

Talk Session 

„Kolonialismus. Unterricht aus der Vergangenheit“ 
Präsentation und Gesprächsrunde mit Mariya Benovska

[Ukrainer in Aachen e. V.]


Wenn wir über den Kolonialismus sprechen, was ist der erste Gedanke, der Ihnen hierzu einfällt? Französische, niederländische, britische, deutsche Kolonien weltweit, richtig?!

Aber was ist, wenn wir Ihnen sagen, dass viele Menschen bis Februar 2022 versäumt haben, eine andere Kolonialmacht wahrzunehmen, die bis heute in Form des Barbarismus des 16. Jahrhunderts existiert?

ARTCO Gallery 

Seilgraben 31

52062 Aachen

Eintritt frei

15.02.2023
18.00

Lesung 

„Der gelbe Fürst“ Vasyl Barka 
Anna Kysil

[Ukrainer in Aachen e. V.]


"Der gelbe Fürst" von Vasyl Barka ist ein beeindruckendes Werk, das die Ereignisse in einem ukrainischen Dorf während des Holodomor 1932-1933 schildert. Der Roman basiert auf den Erinnerungen eines Landsmanns des Schriftstellers, der das Schicksal seiner nahen Familie beschrieb. Vasyl Barka zeigte der ganzen Welt die schreckliche Wahrheit über das totalitäre Sowjetsystem, das auf seinem Weg alles Gute und Humane zerstörte. Der Schriftsteller spricht viele schmerzhafte Probleme der ukrainischen Nation und die Versklavung der Ukraine an.


ARTCO Gallery 

Seilgraben 31

52062 Aachen

Eintritt frei